Der Arbeitsplatz und das Komponentenlager

Die Ausstattung eines Werkplatzes sollte sich an dem Orientieren, wie er einem Elektroniker in der Ausbildung zur Verfügung gestellt wird. Dies ist eine Grundausstattung, die schon mehr bereitstellt, als nötig ist.

Zu Beginn der Ausstattung des Elektronik-Arbeitsplatzes muss man sich erst einmal eine halbe Stunde Zeit nehmen und sich Gedanken über die eigenen Wünsche und Vorstellungen machen. Auch mehrere Teilschritte definieren, um so auch die Beschaffung der Labor-Ausstattung über die Zeit zu verteilen. Dies kann die Investitionskosten deutlich reduzieren und den Zeitraum strecken.

Möchte man nur ab und an mal etwas mit Elektronik "Basteln", so muss kein Ziel erreicht werden. Man bastelt nur, was einem in den Sinn kommt und wozu man Lust hat. Es stellt sich nicht die Frage nach Effizienz und dem Tun liegt keine zielgerichtete Arbeits- und Vorgehensweise zugrunde. Die freieste Form des Hobbys.

Im Hobby- und Amateurbereich repariert und baut man auch Geräte, die aus dem Familien- und Freundeskreis kommen, oder dafür gedacht sind.
Eine Elektronik-Entwicklung im Hobby- und Amateurbereich trägt oft auch den Wunsch in sich, sich in eine gewisse Richtung weiter zu entwickeln. Vielleicht möchte man sich als Funkamateur tiefer in die HF-Technik einarbeiten, oder vielleicht möchte man die gängigen Mikrocontroller beherrschen und in die Digital-Technik eintauchen?

Klein anzufangen bietet den Vorteil das eigene Hobby beim Tun zu entdecken. Damit entdeckt man auch die Richtung der fachliche Entwicklung und der Grad der Ausstattung stellt sich automatisch ein.

Werkzeuge
Einige Werkzeuge und etwas Ausstattung braucht man immer:
Schraubendreher, Elektronik-Seitenschneider (klein und mittel), Flachzange, Cutter, Pinsel, Lötkolben (regelbar), Lötzinn, Entlötlitze, Entlötpumpe, Schrumpfschlauch, Isolierband, Litze und Leitungen, Prüfschnüre, Prüfspitzen, Kabelbinder, Isopropanol, Leiterplattenreiniger, Kleberestereiniger, Druckluft, Erdungsmatte

Bei dem Lötkolben (bzw. der Lötstation) und den Zangen sollte man nicht sparen. Das sind Anschaffungen für das Leben.

Komponenten
Bei den Bauteilen ist diese Auswahl gut um kleine Reparaturen an einfachen Geräten zu machen, oder um einfach etwas zum Basteln da zu haben:
Widerstandssortiment E24, Kondensatoren, Dioden (1N4148, 1N4007), Transistoren (NPN und PNP - BC547 etc), LEDs (rot, grün, gelb in 3mm und 5mm), Spannungsregler (linear 12v, 5V, 3,3V, positiv und negativ), Zener Dioden (9,1v, 3,3V,), OpAmps, Komparator, Brückengleichrichter, NE555, 7-Segmente Anzeigen, Schalter und Taster, Stiftleisten, Bananenbuchsen und -Stecker 4mm, Niedervoltstecker 5,5/2,1mm, Lötösen, IC-Sockel, Lochraster- und Streifenrasterplatinen, Logik-ICs

Alles andere kauft man nach Bedarf.

Mikrocontroller
PIC, Atmel, 8051

Alles darüber hinaus ist spezifisch für das Gerät oder den Bausatz mit dem man sich beschäftigt. Kauft man z.B. einen Bausatz, kann man die gängigen Komponenten darin mehrfach kaufen, um für den Reparaturfall die entsprechenden Bauteile vorrätig zu haben.

Kauft man z.B. die Transistoren, Z-Dioden, Logik-ICs und Stecker mehrfach um das Komponentenlager aufzustocken, so bevorratet man auch automatisch die gängigen Bauteile, die aktive Verwendung finden. Bauteile die in Bausätzen verwendet werden, sind auch in der Regel brauchbar für eigene Experimente und Entwicklungen bis hin zu Erstellung eines Prototyps.
Der Aufbau eines umfangreiches Komponentenlagers dauert Jahre. Zu jedem Bauteil hat man aber so die Möglichkeit sich mit dessen Eigenschaften vertraut zu machen. Basierend darauf wiederum kann man so nach einigen Jahren den größten Teil aller Reparaturen aus dem eigenen Komponentenlager bedienen. Oder schnell mal gebaute Schaltungen improvisieren.
Kauft man die Bauteile in großen Mengen schnell zusammen, wird man viel Geld für niemals benötigte Bauteile ausgeben. Bei normalerweise begrenzten Platz und Geld eine unnötige Ausgabe.

Beschriftung
Zur Lagerung haben sich Sortimentskästen (klassisch mit Schubladen für THT oder flach für SMD) erwiesen. Diese werden mit einem Etikettendruck klar und leserlich beschriftet und als Trägermaterial kann man farbige Pappstreifen nutzen. Die Farben werden einer jeweiligen Kategorie zugeordnet, z.B:
blau - Halbleiter (Transistoren, Dioden ...)
rot - ICs und Logikbausteine
gelb - Widerstände
grün - Spannungsregler

Die farbliche Unterscheidung stellt für das Auge einen schnelleren Anhaltspunkt dar, als die eigentliche Beschriftung. Sucht man die Spannungsregler in einer der 300 Schubladen, so muss man nur die blauen Schubladen anschauen. Das Zusammensuchen von Bauteilen zu Beginn und während der Entwicklung einer Schaltung stellt einen großen Zeitfaktor dar. Man muss einfach mal zum Spaß mit der Stoppuhr die benötigten Minuten messen, die für nebensächliche Aufgaben zusammenkommen.

Für ein reines Hobby kann man dies ggf. vernachlässigen, aber auch dort hat man mehr Spaß, wenn einem die Arbeit einfach von der Hand geht und man sich nicht ärgern muss bei der Suche nach einem Bauteil soviel Zeit vertan zu haben.

Die Einteilung der Kategorien in Farben hat keine harten Grenzen. Mann kann sich bei den Kategorien bei den Online-Händlern für Bauteile orientieren und dabei seine eigenen Vorlieben einfliessen lassen. Die Kategorisierung soll nur für einen selber schlüssig sein, dies ermöglicht es einem dann aber auch, die Bauteile schnell aufzufinden.
Schaut man in die de.sci.electronics-FAQ, in das Kapitel "Grundausstattung des Bastlers", findet man am Ende eine große Auflistung von Bauteilen. Sucht man z.B. nach Ladungspumpen oder rauscharmen OpAmps für ein Projekt, findet man in dieser Liste die gängigen Typen.
Auch im Anhang der Buches "Learning The Art Of Electronics" (ISBN-13: 978-0521177238) findet sich eine umfangreiche Bauteilliste der Komponenten, die im Rahmen der darin enthaltenen Laborübungen benutzt werden.